Erstmals unter neuem Dirigenten: Unter Matthias Zippel nahm das sinfonische Blasorchester sein Publikum mit auf eine Tour durch „Mountains of Music“
Von Marita Kasischke.

Ein geradezu furioses Konzert bescherte das sinfonische Blasorchester des Musikvereins Steinheim am Samstag seinem Publikum in der nahezu ausverkauften Albuchhalle. „Mountains of Music“ hieß die aktuelle Ausgabe der Konzertreihe „Meteoritmo“, und sie hielt wahrlich einige musikalische Zehntausender für die Musikerinnen und Musiker bereit. Ob sie nun „Pompeji“ kurz vor und während des Vesuv-Ausbruchs intonierten, die Alpen und die Anden musikalisch beschritten, Drachen im Berg Pilatus erlegten oder die Gefahren des Magnetbergs spüren ließen, stets packte der Vortrag die Zuhörer.

Der neue Dirigent des Orchesters Matthias Zippel hatte aber auch für diese musikalische Bergtour Stücke ausgewählt, die einerseits voller Anspruch und Herausforderungen und Finessen steckten, und andererseits aber auch dem Publikum jede Menge Dramatik und Spannung garantierten. Der Motown-Klassiker „Ain’t no mountain high enough“, der das Publikum zum eifrigen Mitklatschten einlud, mag dabei in abgewandelter Form auch für das Orchester selbst gelten: Kein Anspruch ist ihnen offenbar zu hoch, so respektabel wie sie die vielen Wechsel in Dynamik, Rhythmik und Tempi meisterten. Dem Publikum lieferten sie damit ein einzigartiges und facettenreiches Klangerlebnis, das am Ende, nach einem geradezu zärtlichen „Weus‘d a Herz hast wia a Bergwerk“ nach Rainhard Fendrich Standing Ovations hervorrief. 

Und weil sich der Musikverein Steinheim ja immer noch eine Überraschung für seine Konzerte ausdenkt, wurde das Publikum auch dieses Mal nicht enttäuscht: Die Alphorngruppe des Musikvereins Dischingen steuerte ihr Können bei und sorgte dafür, dass der „Klang der Alpen“ sowohl optisch als auch akustisch intensiviert wurde. Sie begrüßte das Publikum auch gleich mit Alphornklängen, bevor das Orchester mit Richard Wagners „Einzug der Gäste“ aus dem „Tannhäuser“ gleich das Niveau des Abends vorgab.

Das Publikum quittierte anerkennend die Leistung des Orchesters immer wieder mit großem Beifall, der auch den großen Respekt dafür zeigte, dass diese Leistung in gerade mal zweieinhalb Monaten Probezeit zustande gekommen ist. Der Einstand des neuen Dirigenten Matthias Zippel ist damit mehr als geglückt: Schließlich hatte er das Programm für diese Bergtour ausgewählt und einstudiert. Das Publikum genoss jedenfalls jede einzelne Etappe davon und nahm am Ende noch zwei Berge mit: diejenigen der Insel Lummerland nämlich, die die Endstation der Bergtour darstellten. Und einen veritablen Ohrwurm.  

Mit freundlicher Genehmigung der Heidenheimer Zeitung, 25.03.2026

Fotos: Emil Maier / Musikverein Steinheim a. A. 1904 e.V.